Stiftung Kunsthaus Grenchen

Stiftung Kunsthaus Grenchen

Das Kunsthaus Grenchen zeigt jährlich vier bis sechs Wechselausstellungen im Bereich der zeitgenössischer Kunst, welche einzelnen Künstler/-innen gewidmet sind oder aktuelle Themen aufgreifen. Kooperationen mit anderen Institutionen, Sammlungspräsentationen sowie die nationale Ausstellung für Druckgraphik IMPRESSION gehören ausserdem zum festen Programm. Die Sammlung umfasst über 16‘000 Werke: Neben Malerei und Plastik bildet Druckgraphik (inter-)nationaler Künstler/-innen den eigentlichen Schwerpunkt. Ein vielfältiges Rahmenprogramm und Angebote der Kunstvermittlung im hauseigenen Atelier begleiten jede Ausstellung. Die herrschaftliche Villa Girard (19. Jh.) bildet mit dem Erweiterungsbau von 2008 (ssm architekten ag, Solothurn) ein einzigartiges architektonisches Ensemble. Unmittelbar vis-à-vis des Bahnhofs Grenchen Süd gelegen, empfängt das grosszügige Foyer die Besucher/-innen und bietet mit Café und Museumsshop Gelegenheit für eine erfrischende Pause. Verschiedene Räumlichkeiten können für private Anlässe gemietet werden.

 

Die Geschichte der Stiftung

Am 6. Juni 1964 gründeten 29 kunstinteressierte Personen den Verein «Gesellschaft für ein Grenchner Kunstmuseum». Erster Präsident des Vereins wurde Harold Schärz. Der Verein setzte sich zum Ziel, Gegenstände der bildenden Kunst zu sammeln und die Basis für ein Grenchner Kunstmuseum zu legen. Die Sammlungstätigkeit wurde von Anbeginn auf das Bebiet der Grafik ausgerichtet. [1] Im Jahre 1970 wurde die Gesellschaft für ein Grenchner Kunstmuseum mit dem Kunstverein, welcher seit 1957 die Triennale für farbige Originalgrafik organisierte, fusioniert. Damit entstand die Kunstgesellschaft Grenchen. Die Kunstgesellschaft übernahm mit der Fusion das Hauptanliegen, ein eigenes Kunsthaus zu errichten, um die Sammlung sachgerecht lagern und dem Publikum präsentieren zu können. Im Jahre 1971 errichteten die Stadt Grenchen und die Kunstgesellschaft die Stiftung Kunsthaus Grenchen, die von nun an mit aktiver Beteiligung der öffentlichen Hand das Kunsthausprojekt weiterverfolgte. Erster Präsident des Stiftungsrates wurde Prof. Dr. Walter Schluep.

Seit der Errichtung der Stiftung werden sämtliche von den Stiftern erworbenen Kunstwerke automatisch in die Sammlung der Stiftung eingebracht. Erste Ausstellungstätigkeiten unternahm die Stiftung im alten Migrosgebäude im Zentrum und später in gemieteten Räumen an der Solothurnstrasse 69. Im Mai 1984 konnten die renovierten Räume des Girardhauses bezogen werden. In diesen historischen Räumen wurden in den nächsten 24 Jahren zahlreiche bedeutende Ausstellungen mit Ausstrahlung über die Region hinaus gezeigt, und die Sammlung wurde systematisch ausgebaut. Bereit Ende der neunzige Jahre musste jedoch erkannt werden, dass das Girardhaus zu wenig Platz hat, um gleichzeitig Wechselausstellungen organisieren und Ausschnitte aus der inzwischen bedeutenden Sammlung zeigen zu können. Überdies war das Lagerraum nicht geeignet, um das Sammlungsgut sachgemäss aufbewahren zu können.

Nach längerer Diskussion über Projekte und Ideen konnte dem Gemeinderat am 20. Juni 2006 ein definitives Projekt für einen modernen Anbau unterbreitet werden. Am 24. Mai 2008 konnte der Anbau, welcher mit dem Girardhaus verbunden ist, bezogen werden.

2008, Dr. Hanspeter Rentsch, Präsident des Stiftungsrates

 

[1] Vgl. auch Kunstgesellschaft Grenchen, Jubiläumsschrift zu verschiedenen Jubiläen, Grenchen 1985 und Stiftung Kunsthaus Grenchen "20 Jahre Kunsthaus Grenchen", Grenchen 2004