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Gergana Mantscheva, Block 128b, 2023, Acryl und √Ėl auf Leinwand, 150 √ó 150 cm, Courtesy die K√ľnstlerin, Foto: Gergana Mantscheva
Gergana Mantscheva, Block 128b, 2023, Acryl und √Ėl auf Leinwand, 150 √ó 150 cm, Courtesy die K√ľnstlerin, Foto: Gergana Mantscheva

ALL OVER. Malerei und Zeichnung von Gergana Mantscheva

Neubau | 23. Juni - 15. September 2024

Wir freuen uns, das vielschichtige Werk von Gergana Mantscheva in einer ersten Museumsausstellung im Kunsthaus Grenchen zu pr√§sentieren. Die K√ľnstlerin wurde 1975 in Bulgarien geboren, damals ein Satellitenstaat der Sowjetunion. Die Worte des Ausstellungstitels ALL OVER lassen verschiedene Lesarten zu. Stilistisch verweisen sie auf die ausschnitthaften Motive der K√ľnstlerin, die sich √ľber die Bildgrenzen hinaus weiterdenken lassen. √úbersetzt mit "alles vorbei" kann der Ausstellungstitel auch als Kommentar zum Erbe der Sowjetunion aufgefasst werden, nach dem w√§hrend des Angriffskriegs von Russland auf die Ukraine in tragischer Weise gefragt wird. Die Zeichen des Zerfalls, die es in Mantschevas Werk immer wieder zu bestaunen gibt, sind auch Reminiszenzen an eine vergangene (Welt-)Zeit.


Das Werk Mantschevas besticht durch eine vom (sozialistischen) Realismus gepr√§gte Malerei mit inhaltlichem Tiefgang. Immer wieder scheinen in ihren Werken biografische und historische Vergangenheiten auf. Es zeigen sich zum Beispiel Hausfassaden typisch osteurop√§ischer Wohnbl√∂cke, aus denen Tristesse und Melancholie, aber auch Akkuratesse und Effizienz sprechen. In endlosen Formwiederholungen reihen sich Fenster, T√ľren und Balkone aneinander. Eine √§hnliche All-over-Struktur taucht auch bei anderen Motiven wie den √ľbereinandergeschichteten Holzsplittern auf. Die dezenten Farbabstufungen lassen uns die verschiedenen St√ľcke voneinander unterscheiden, oder gar Gegenst√§nde wie zerst√∂rte Bettgestelle erkennen. Pl√∂tzlich erhalten die Bilder trotz scheinbarer Banalit√§t eine narrative, teils tragische Dimension.

Zur Ausstellung erscheint im Verlag edition clandestin, Biel, eine Publikation mit Texten von Ralf Harder und Robin Byland, Sprache: Deutsch. Das Buch erscheint am Donnerstag, 22. August 2024.

 
Schang Hutter, Is‚Äô was? Nein, nur Krieg, 2007, Linolschnitt auf Papier (97/300), 42 √ó 30 cm, Sammlung Kunsthaus Grenchen, Foto: J√ľrg Ottiger
Schang Hutter, Is‚Äô was? Nein, nur Krieg, 2007, Linolschnitt auf Papier (97/300), 42 √ó 30 cm, Sammlung Kunsthaus Grenchen, Foto: J√ľrg Ottiger

Kunst und Krieg. Zum 90. Geburtstag von Schang Hutter (1934‚Äď2021)

Villa Girard | 23. Juni - 15. September 2024

Der ber√ľhmte Solothurner Plastiker, Zeichner und Drucker Schang Hutter w√§re diesen Sommer 90 Jahre alt geworden. Wir nehmen den runden Jahrestag zum Anlass, ihm eine Hommage in der Villa Girard zu widmen, wobei der Fokus der Ausstellung analog zum Schwerpunkt unseres Hauses auf der Druckgraphik liegt. In seinen Arbeiten auf Papier finden sich drastische und mahnende Kunstwerke, die oft die Leiden des Krieges thematisieren. Ihr Ausdruck wurzelt teilweise in Inhalten der Massenmedien, wie bei seiner k√ľnstlerischen Interpretation des ¬ęNapalm Girl¬Ľ, das 1972 zum erschreckenden Symbolbild des Vietnamkrieges wurde. In Hutters Werk, in Skulptur wie Druckgraphik, zeigt sich eine ber√ľhrend nahe, menschliche Fragilit√§t, die gerade heute von grosser Aktualit√§t ist.

Delia R. Ferraro, Rote Karte, 2021, Stickerei auf Stoffdeckelchen, 22 √ó 35 cm, Courtesy die K√ľnstlerin, Foto: Steffan Schneller
Delia R. Ferraro, Rote Karte, 2021, Stickerei auf Stoffdeckelchen, 22 √ó 35 cm, Courtesy die K√ľnstlerin, Foto: Steffan Schneller

20m2 ‚Äď Fenster ins Atelier von Delia R. Ferraro

Villa Girard | 23. Juni - 15. September 2024
Die 1996 in Recherswil (SO) geborene und im Kanton Solothurn aufgewachsene K√ľnstlerin Delia R. Ferraro ist Preistr√§gerin des kantonalen F√∂rderpreises 2023 f√ľr Bildende Kunst. Anhand von verschiedenen Techniken setzt sie sich mit der Darstellung und Wahrnehmung von weiblich gelesenen K√∂rpern in unserer Gesellschaft und ihrer Gleichberechtigung auseinander. Diese Themen werden vor allem in Bezug auf Tabus und Stigmatisierungen beleuchtet sowie der menschliche K√∂rper in eine Beziehung zu seiner Umwelt gesetzt. Die Ausstellung im Kunsthaus Grenchen gibt mit bereits bestehenden und neueren Arbeiten einen Einblick in den kreativen Prozess der K√ľnstlerin.

In der Ausstellungsreihe ¬ę20m2 ‚Äď Fenster ins Atelier von ‚Ķ¬Ľ bietet das Kunsthaus Grenchen jungen Kunstschaffenden aus dem Kanton Solothurn eine Plattform zur Pr√§sentation ihrer Werke im musealen Rahmen. Die Ausstellungen werden, jeweils parallel zu den Hauptausstellungen, im Marti-Schenk- Kabinett der Villa Girard pr√§sentiert.
Aus der 9. IMPRESSION 2019: Lisa Schäublin, Verschwindend II, 2017/18, Transferdrucke auf Lunaria [Silberlinge] in offenen Museumsschachteln, in Insektenkasten mit LEDLeuchtfläche, 6 × 42 × 51 cm, Foto: Lisa Schäublin
Aus der 9. IMPRESSION 2019: Lisa Schäublin, Verschwindend II, 2017/18, Transferdrucke auf Lunaria [Silberlinge] in offenen Museumsschachteln, in Insektenkasten mit LEDLeuchtfläche, 6 × 42 × 51 cm, Foto: Lisa Schäublin

IMPRESSION 2024 / 2025

Neubau & Villa Girard | 20. Oktober 2024 - 12. Januar 2025
Wie sieht Druckgraphik heute aus? Das Kunsthaus Grenchen freut sich, die 11. Ausgabe der IMPRESSION ‚Äď Ausstellung f√ľr Druckgraphik anzuk√ľndigen. Die bereits zur Tradition gewordene nationale Gruppenausstellung sp√ľrt dem aktuellen druckgraphischen Schaffen nach. Kunstschaffende aus der ganzen Schweiz sind zur Bewerbung eingeladen. Experimentelle Arbeiten, welche die Grenzen der druckgraphischen Verfahren ausloten, sind genauso willkommen wie Werke klassischer Druckverfahren. Das Kunsthaus Grenchen stellt eine Fachjury mit Expert:innen zusammen, welche die eingegangenen Dossiers beurteilt und eine Auswahl trifft.

Die Eingabe erfolgt √ľber das Online-Portal.
Bewerbungsfrist ist der Freitag, 16. August 2024

Hommage an die Triennale Grenchen

Villa Girard |20. Oktober 2024 - 12. Januar 2025
Im Jahr 1958 wurde in Grenchen die erste internationale Triennale f√ľr Graphik errichtet, die seither ohne Unterbruch alle drei Jahre stattgefunden hat. Die mediale Vertiefung l√§sst sich aus der Geschichte der Industriestadt ableiten, f√ľr die seit dem 19. Jahrhundert. Kriterien wie Technik und Ausf√ľhrung eine grosse Rolle spielen. Diese sind ‚Äď neben der k√ľnstlerischen Konzeption ‚Äď auch im Herstellungsprozess von Druckgraphiken essenziell. In der Villa Girard schauen wir zur√ľck auf 66 Jahre Triennale Grenchen und lassen die vergangenen Ausgaben des weit bekannten Ausstellungsformates Revue passieren. Anhand von Originaldokumenten und -graphiken ergibt sich ein aufschlussreicher Einblick in das druckgraphische Geschehen vergangener Jahrzehnte.