Vorschau
Plakat Sebastian Utzni
Plakat Sebastian Utzni
Vernissage beider Ausstellungen

Samstag, 6. Juni 2015 I 16.30 Uhr

Es sprechen: Eva Inversini, Künstlerische Leiterin Kunsthaus Grenchen und Beat Wälchli, ehem. Nachlassverwalter des Œuvres von Werner Otto Leuenberger. Anschliessend Apéro.

Sebastian Utzni – Memoria I
Werner Otto Leuenberger – Druckgraphische Werke aus dem Nachlass

Erinnerung ist subjektiv und individuell. Erinnerung ist allgemein und kollektiv. Wie erinnern wir? Gibt es Hilfsmittel zur Steigerung der Erinnerungsfähigkeit? Wann täuscht uns die Erinnerung? Sebastian Utzni (*1981 in Augsburg D, lebt und arbeitet in Zürich) weiss als gebürtiger Deutscher um die Macht der Erinnerung und um die Gefahren des Vergessens. Ausgehend von einem Erinnerungsmodell aus der Antike konzipiert der Künstler anlässlich seiner ersten institutionellen Einzelausstellung im Kunsthaus Grenchen Werke, welche auf den Spuren der Erinnerung die Brücke zwischen Vergangenem und Gegenwärtigem schlagen. Dabei interessieren ihn Auswüchse von Gewaltherrschaft und deren Akteure ebenso wie die Mechanismen des aktuellen und einstigen Kunstbetriebs. Dokumente und Zeugnisse (kunst-)historischer Ereignisse, beispielsweise Fotografien, Wandgemälde oder Schriften, bilden den Ausgangspunkt seiner oft in Serien angelegten Werke. Die bildhafte Auseinandersetzung mit Erfahrenem geht zumeist mit einer medialen Verschiebung einher: Ursprünglich Gedrucktes erfährt eine Umsetzung in Malerei, das «schnelle» Medium der Fotografie erhält im nur langsam entstehenden Holzschnitt ein Äquivalent, aus einer Geschichte erwächst zuweilen eine raumgreifende Installation. Sebastian Utzni setzt sich in seiner konzeptuell angelegten Arbeit Rahmenbedingungen, die es in der oft mehrere Monate umfassenden Werkentstehung einzuhalten gilt. In der vertieften Beschäftigung mit seinen jeweils aktuellen Aufenthaltsorten beginnt der Künstler, selber Geschichte(n) aufzuzeichnen.

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation im Vexer Verlag St. Gallen/Berlin.

 

Werner Otto Leuenberger (*1932 in Bern, †2009 in Bern) gehört 1958 bereits zu den Teilnehmern der «1. Internationalen Triennale für farbige Originalgrafik» in Grenchen – 1982 wird ihm der Jurypreis der 9. Triennale verliehen. In den 1960er Jahren als Vertreter der Berner Avantgarde bekannt geworden, verfolgt W.O.L., wie sich Leuenberger ab 1981 auch nennt, auf der Suche nach Erneuerung von Anbeginn seinen eigenen Weg – auch entgegen traditioneller Strömungen. Über Jahrzehnte ist ein immenses Gesamtwerk entstanden, welches verschiedene Schaffensphasen erkennen lässt. Druckgraphik ist dabei stets ein wichtiger Bestandteil des künstlerischen Schaffens von Werner Otto Leuenberger. In Holzschnitten und anderen Druckverfahren, aber auch in Form von Zeichnungen und Aquarellen entwickelt er Bildgedanken, die er nachfolgend in seinem umfangreichen malerischen Œuvre weiter ausdifferenziert. Das Kunsthaus Grenchen präsentiert erstmals druckgraphische Werke aus dem Nachlass Werner Otto Leuenbergers. Die Ausstellung wird in enger Zusammenarbeit mit dem Galeristen Beat Wälchli (Galerie 89, Aarwangen) realisiert, der die künstlerische Arbeit von W.O.L. über lange Jahre begleitet und dessen Nachlass betreut hat.